Elementarschadenversicherung

Es klafft eine große Lücke zwischen der Wahrnehmung der Menschen und dem, was sie aus ihrer
Erkenntnis für Schlüsse ziehen. Das zumindest muss man annehmen, wenn man die Statistiken zum Thema Klimawandel und seinen Folgen aus der Sicht eines Versicherungsexperten betrachtet.
Der Sender n-tv nannte am 01.08.2017 die größten Sorgen der Deutschen, in diesem Fall im
Zusammenhang mit der bevorstehenden Bundestagswahl. Auch wenn Terror, Armut und Kriminalität ganz vorn liegen, so führt die Liste der Ängste klar die Sorge um die Änderung des Weltklimas an.
71% der vom Institut Kantar Emnid Befragten benannten diese ganz konkrete Angst.
„Klimawandel“, das bedeutet einen Anstieg der Meeresspiegel, Änderung der Jahreszeiten,
Verschiebung der Klimazonen und vieles mehr. Bedeutsam und zu spüren ist all das in Ansätzen
schon jetzt – und immer mehr Menschen werden davon direkt betroffen sein.
Ganz auffällig und für jeden heute schon zu beobachten ist die Veränderung der Niederschlagsmengen. Wetterextreme wie Starkregen und Hagel sind im Sommer häufig in den
Medien, und jeder kann sich Handy-Filme im Internet ansehen, die die Überschwemmungen der
letzten Monate und Jahre zeigen: Berlin, Köln, Hildesheim, Mechernich, Simbach am Inn. Die Liste ist lang und wird immer länger. Und es trifft Städte genauso wie ländliche Gebiete – selbst Orte mit einer Lage weit über „Normal-Null“ werden nicht verschont.
2017 hat es innerhalb von 24 Stunden in manchen Teilen Deutschlands mehr geregnet als sonst im gesamten Juli.
Im krassen Gegensatz dazu stehen die Zahlen hinsichtlich der Vorsorge gegen die Folgen von
Überschwemmungen: vollgelaufene Keller oder von reißenden Bächen weggespülte Häuser…
Ruiniertes Mobiliar, kaputte Elektrogeräte, sanierungsbedürftige Hausinstallationen…
Ausgerechnet in Bayern waren 2016 nur 27% der Wohngebäude gegen Elementarschäden versichert.
In Nordrhein-Westfalen waren es 36%. Damit ist zwar der Anteil der Versicherten gegenüber 2013
um ca. 5% gestiegen, ein Großteil der Bürger ist jedoch nach wie vor ungeschützt. Was unter
anderem auch an der mangelnden Kenntnis der Rahmenbedingungen liegt.
Ein häufiges Vorurteil ist, dass das eigene Haus/die eigene Wohnung sowieso in einem Risikogebiet läge und damit nicht versicherbar sei. Laut dem Gesamtverband der Deutschen
Versicherungswirtschaft e.V. sind allerdings 99% aller Hausbesitzer in Deutschland problemlos gegen Hochwasser, Überschwemmung, Lawinen, Starkregen etc. versicherbar. Für 90% der Risiken beträgt dabei die Prämie gegenwärtig weniger als 100 Euro im Jahr. Selbstverständlich muss dies Ihr Versicherungsberater prüfen, jedoch wird es im Regelfall keine Probleme geben.
Ein weiterer Punkt, über den bei vielen Menschen Unklarheit herrscht, ist die Tatsache, dass Haus und Hausrat getrennt gegen Elementarschäden versichert werden müssen. So ist beim Einschluss dieses Moduls in die Wohngebäudeversicherung bei einem Schaden der bewegliche Inhalt des Hauses nicht mitversichert. Und daher schützt eine bestehende komplette
Wohngebäudeversicherung, die der Vermieter abgeschlossen hat, den Mieter keineswegs vor
Schäden an seinem Hausrat. Insofern sollte auch jeder Mieter, und nicht nur ein Immobilienbesitzer, den Einschluss von Unwettergefahren in seiner Hausratversicherung vereinbaren.
Wenn dann noch ein wenig gesunder Menschenverstand ins Spiel kommt, kann man den
entstehenden Schaden leicht mindern und sich ansonsten auf seine Versicherung verlassen.
Sinnvoll kann es z.B. sein, im Keller preiswerte verzinkte Stahlregale aus dem Baumarkt aufzustellen und Gegenstände so vom überfluteten Boden fernzuhalten. Elektrogeräte kann man auf Betonsockel oder tragfähige Holzkonstruktionen stellen. Wer investieren kann und möchte, kann mit baulichen Maßnahmen, z.B. der Ummauerung von Kellerschächten, bei Starkregen ein „Überschwappen“ in den Keller verhindern. Und der Einbau von Rückschlagventilen in die Hausabflussrohre schützt vor der bösen Überraschung, dass plötzlich der Inhalt der Kanalisation aus Bodenablauf oder Toilette hochdrückt.
Was bauliche Änderungen angeht, können Sie grundlegende Informationen durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz erhalten. Ein Standardvideo finden Sie hier:
https://www.youtube.com/watch?v=CTF9SnL8iXU
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